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Das DBI stellt sich vor...

23.01.2020

Das DBI - Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg (DBI) ist Partner im Projekt MethQuest. Im Verbund MethSys beschäftigt es sich mit der Frage, wie der Kfz- und Schiffsverkehr mit EE-Methan versorgt werden kann. Dazu führt das DBI regional aufgelöste Analysen durch.

Guten Tag Herr Steyer. Welche nützlichen Erfahrungen hat das DBI in diesem Themenbereich bereits?

Grundsätzlich bildet das DBI die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich der Gaswirtschaft ab. Schwerpunkt unserer Abteilung „Erneuerbare Energieversorgungssysteme“ ist die Bereitstellung sowie Nutzung erneuerbarer Gase. Dafür haben wir ein umfangreiches Biogaslabor, in dem wir praktische Fragestellungen zur Anwendung von Biogas erforschen. Außerdem ist die räumlich aufgelöste Modellierung – sogenannte GIS-Modellierung – der Gasinfrastruktur zentraler Bestandteil unserer Arbeit. GIS, also Geoinformationssysteme, dienen der Erfassung, Analyse und Präsentation räumlicher Daten. Wir haben mit unserem GIS-Modell im letzten Jahrzehnt vielfältige Potenzialstudien und Analysen durchgeführt, die beispielsweise der Frage auf den Grund gehen: wie kann eine Versorgung mit erneuerbaren Gasen bis 2050 aussehen? Natürlich klammern wir auch den Anwendungssektor nicht aus.

Welche konkreten Beiträge liefert das DBI und warum braucht es gerade das DBI für diese Aufgaben?

Wir nehmen im Verbund MethSys mit dem GIS-Modell eine zentrale Rolle ein, da wir verschiedene Input-Daten, welche aus den Modellen der Projektpartner oder aus externen Quellen stammen, bündeln. Diese Informationen lösen wir dabei insbesondere regional höher auf und errechnen die EE-Methannachfrage im Verkehr. Außerdem analysieren wir, wohin EE-Methan transportiert werden muss, um die örtlichen Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage zu überwinden.

Wodurch verspricht sich das DBI im Projekt MethQuest neue Erkenntnisse?

Innerhalb des Verbunds MethSys haben wir die einmalige Möglichkeit, unsere Ergebnisse, die bisher eher auf die Biogasbereitstellung und -nachfrage fokussiert waren, mit den anderen Modellierern in MethSys abzugleichen. So werden wir aus den Erfahrungen der Partner lernen. Zudem legen wir den Schwerpunkt verstärkt auf die Bereitstellung von EE-Gasen mittels PtG. Denn aus unserer Sicht ist PtG als Option zur Sektorenkopplung ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende.

Spannend ist zudem, dass wir im Projekt MethQuest nicht eine losgelöste Energiesystemmodellierung durchführen, sondern uns mit den anderen Verbünden austauschen und auf deren aktuelle Realdaten zurückgreifen können. Auf diese Weise können wir reale und fortlaufende Entwicklungsstände zum Beispiel beim Verbrennungsmotor oder bei der EE-Gaszusammensetzung berücksichtigen.

Wenn das Projekt erfolgreich abgeschlossen ist – woran wird das DBI das merken?

Mein persönlicher Wunsch ist, dass wir nach dem Abschluss des Projektes nicht nur in der Fachwelt darüber diskutieren. Sondern dass wir es schaffen, auch bei Politikern und der Allgemeinheit Interesse für unsere Erkenntnisse zu wecken. Nur dann werden unsere Vorschläge auch in die Tat beziehungsweise in politische Vorgaben und Entscheidungen umgesetzt.

Ein Erfolg wäre für mich, wenn wir ein Umdenken beim Endnutzer erreichen, dass EE-Methan auch eine Zukunftsoption im Verkehr ist und dieser sich beispielsweise doch für den Kauf eines Pkws mit Gasmotor entscheidet. Ich hoffe wir können dazu beitragen, dass die Energiewende gelingt, und ich bin gespannt zu sehen, wie sich das Energiesystem entwickelt.

Gesamtkoordination:

MTU Friedrichshafen GmbH
Maybachplatz 1
88045 Friedrichshafen

 

DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut
des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)

Engler-Bunte-Ring 1
76131 Karlsruhe