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Das Fraunhofer IOSB AST stellt sich vor...

05.08.2019

Das Fraunhofer IOSB AST (IOSB AST) ist Partner im Projekt MethQuest und beschäftigt sich im Verbund MethSys mit der Auswirkung von Power-to-Gas-Technologien (PtG) auf das Stromnetz.

Guten Tag Herr Warweg. Welche Erfahrungen bringt das IOSB AST in diesem Themenbereich mit?

Zum einen beschäftigen wir uns seit Jahren damit, welche Auswirkungen neue Technologien wie zum Beispiel E-Mobilität auf das Stromnetz und die Energieversorgung haben. Zum anderen bringen wir fundierte, langjährige Erfahrungen mit, wie Flexibilitätsoptionen in den Energiemarkt integriert werden können. Dabei betrachten wir sowohl das Energienetz als auch die Energieerzeugung und leiten daraus Anforderungen für unsere Energiemanagementplattform EMS-EDM PROPHET ab. Diese Plattform entwickelt das IOSB-AST seit nun mehr 20 Jahren. Aktuell nutzen etwa 30 Stadtwerke unsere Plattform für ihre tägliche Bedarfsvorhersage und Kraftwerkseinsatzplan.

Welche Beiträge liefert das IOSB AST konkret im Verbund MethSys?

In MethSys ist unser Blick auf das Stromverteilnetz gerichtet. Wir bekommen von den Verbundpartnern die Randbedingungen, die das Übertragungsnetz vorgibt, und die Potenziale, wo und wie viel EE-Methan hergestellt werden kann. Zusätzlich berücksichtigen wir auch die Entwicklung des Energiebedarfs sowie Markthochlaufszenarien und Marktpreise für EE-Methan. Wir schauen uns dann die Auswirkungen auf das Stromverteilnetz und die Möglichkeiten zur Nutzung der verfügbaren Flexibilitätsoptionen für den Energiemarkt an. Anschließend versuchen wir diese getrennt betrachteten Prozesse durch geeignete Kommunikation zwischen Netz und Markt zu koordinieren.

Weshalb geht es im Verbund MethSys nicht ohne das IOSB AST?

Wir sind Experten darin, wie die Prozesse zur Sicherstellung der Energieversorgung zwischen den einzelnen Marktpartnern gestaltet werden müssen. Marktpartner sind auf der einen Seite die Strom- bzw. Gasnetzbetreiber und auf der anderen Seite die Energieerzeuger und –dienstleister, welche aufgrund der Liberalisierung des Energiemarktes getrennt voneinander agieren. Um die daraus resultierenden Marktmechanismen abbilden zu können, müssen wir die Prozesse, die dahinterstehen, analysieren. Solche Analysen führt das IOSB AST seit Jahren durch und hat selbst Ideen entwickelt, wie diese optimiert werden können.

Wenn das Projekt erfolgreich abgeschlossen ist – woran würde das IOSB AST das merken?

Die Energiewende muss und wird auch von unten angetrieben werden –bereits heute investieren End-verbraucher in neue Technologien. Das so aufgebaute Potenzial ist notwendig für die Energiewende im Energienetz. Die Herausforderung liegt dabei insbesondere in der wirtschaftlichen Darstellbarkeit. Das IOSB AST versucht, die Wirtschaftlichkeit mit den neusten Methoden aus der Forschung zu erhöhen. Zum Beispiel arbeiten wir daran, die Ressourceneinsatzplanung möglichst hoch automatisiert durchzuführen und so die aus Sicht des Energiemarktes verfügbaren Betriebsmittel möglichst effizient einzusetzen. Wenn wir im Projekt unsere bereits bewährten Managementmethoden noch weiterentwickeln und so die Energiewende mit vorantreiben, dann war das Projekt MethQuest für uns erfolgreich.

Oliver Warweg koordiniert am Fraunhofer IOSB AST die Arbeiten zum Verbund MethSys.

Gesamtkoordination:

MTU Friedrichshafen GmbH
Maybachplatz 1
88045 Friedrichshafen

 

DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut
des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)

Engler-Bunte-Ring 1
76131 Karlsruhe