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Die Erdgas Südwest GmbH stellt sich vor...

01.05.2020

Erdgas Südwest ist Partner im Projekt MethQuest. Im Verbund MethGrid konzeptioniert Erdgas Südwest mit weiteren Partnern einen LNG-Hub, also eine Anlage zur Speicherung von verflüssigtem Erdgas (LNG) oder EE-Methan (EE-LNG).

Guten Tag Herr Rozhkov. Welche nützlichen Erfahrungen hat Erdgas Südwest in diesem Themenbereich?

Erdgas Südwest bringt zusammen mit bmp greengas langjährige Erfahrung im Bereich Gas- und Biomethanversorgung ein und hat in MethGrid an dem Konzept für einen LNG-Hub mitgeplant und mitgerechnet. In den letzten Monaten haben wir uns konkret damit beschäftigt, welche Mengen an LNG oder EE-LNG in Karlsruhe benötigt werden und auf welchen Wegen diese dorthin kommen können. Dabei stehen sich zwei Möglichkeiten gegenüber: die Produktion und Verflüssigung von EE-LNG vor Ort und der Import aus dem Ausland.

Welche Beiträge bringt Erdgas Südwest ein und welche Detailtiefe wird bei den Arbeiten verfolgt?

Aktuell analysieren wir die verschiedenen denkbaren Szenarien. In einem Szenario wird EE-LNG ausschließlich aus dem Ausland importiert. Ein so genanntes Misch-Szenario geht davon aus, dass ein Teil vor Ort produziert und ein Teil importiert wird. Das dritte Szenario, in dem ausschließlich heimisch produziert wird, erscheint im Moment als die wirtschaftlichste Variante. Diese Situation ist möglich dank Quotenpreisen und unter der Voraussetzung, dass eine große Erzeugungsanlage in Karlsruhe gebaut wird. Im ersten Schritt haben wir zusammen mit den Partnern terranets bw und der keep it green Gmbh analysiert, welche Mengen an EE-Methan erzeugt, transportiert, verflüssigt und gespeichert werden müssten. Anschließend entscheiden wir gemeinsam mit allen MethGrid-Partnern, welches der drei Szenarien noch detaillierter betrachtet wird.

Wenn das Projekt erfolgreich abgeschlossen wäre, woran würde Erdgas Südwest das merken?

Der Idealfall ist natürlich, wenn das entwickelte Konzept in ein Geschäftsmodell übergeht und auf dieser Basis ein Pilotprojekt im Rheinhafen Karlsruhe realisiert wird. Eine solche Pilotanlage könnte dann wiederum skaliert und auch an anderen Standorten aufgebaut werden. Denn durch den umfassenden Einsatz von Biomethan, der zukünftig durch EE-Methan ergänzt werden kann, tragen wir entscheidend dazu bei die Energiewende zeitnah umzusetzen. Wir sehen aber bereits das Format MethQuest als Erfolg. Die große Anzahl an beteiligten Partner eröffnet Chancen und ist eine Möglichkeit, an der wir für weitere Schritte und Projekte anknüpfen können.

Sehen Sie auf dem Weg vom Konzept bis hin zur Pilotanlage besondere Herausforderungen?

Natürlich gibt es Herausforderungen, die in diesem Projekt sehr stark wirken. Das sind nicht zuletzt die gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen. Beispielsweise werden im Bereich der Gasmobilität Fahrzeuge nach tank-to-wheel bewertet – es wird also nicht angerechnet, dass der Kraftstoff klimaneutral hergestellt wurde. In der Konsequenz wird die Produktion von Gasfahrzeugen zurückgefahren. Unklar ist auch, ob die Unterstützung von LNG, wie Mautbefreiung, zukünftig weitergeführt wird. Solange nicht klar ist, ob und wie lange methanbasierte Lösungen politisch unterstützt werden, verfallen viele Akteure in eine Erwartungshaltung. Die Umsetzung innovativer Lösungen erfordert in diesen Zeiten besonders viel Mut.

Dipl.- Ing. Alexander Rozhkov, Projektleiter MethGrid seitens Erdgas Südwest GmbH

Gesamtkoordination:

MTU Friedrichshafen GmbH
Maybachplatz 1
88045 Friedrichshafen

 

DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut
des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)

Engler-Bunte-Ring 1
76131 Karlsruhe