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Die MTU Friedrichshafen in MethMare stellt sich vor...

15.11.2020

Rolls-Royce Power Systems leitet das Vorhaben MethMare, in dem Technologien für Schiffsmotoren mit EE-Kraftstoffen entwickelt werden.

Guten Tag Herr Boog, bitte skizzieren Sie doch einmal, was das Ziel von MethMare ist.

MethMare ist eine Komponente eines größeren Systems: Gemeinsam mit den Tätigkeiten in MethPower und MethGrid decken damit unsere Arbeitsgebiete im Projekt einen Großteil der Prozesskette von der Herstellung bis zur Nutzung des EE-Kraftstoffs Gas ab. Für uns als Rolls-Royce Power Systems ist es so, dass wir im Projekt zwar hauptsächlich Technologien zur Nutzung des Kraftstoffs untersuchen, aber dennoch die Herkunft des Kraftstoffs ganz wichtig ist.

Sie blicken also perspektivisch auch in Richtung Kraftstofferzeugung?

Ja, zumindest was eine gesamte dezentrale Integration betrifft. Da ist spannend zu schauen, was man mit solch einer Partnerkonstellation in MethQuest realisieren kann. So können wir die Lösungen anbieten, von denen wir überzeugt sind, dass sie die besten sind.

Und das wäre in MethMare ein Motor mit welchen Eigenschaften?

Der Motor könnte regenerativ erzeugten Kraftstoff mit möglichst hohem Wirkungsgrad und ohne klimaschädliche Emissionen in mechanische oder elektrische Energie wandeln. Für den Kraftstoff Methan würde das bedeuten, unverbranntes Methan zu vermeiden oder zumindest sehr stark zu reduzieren. Oder wir legen den Motor auch für die Verwendung anderer erneuerbarer Kraftstoffe aus, wie zum Beispiel Methanol.

In dieser Definition tauchte der Begriff „Schiffsmotor“ gar nicht auf.

MethMare hat viel Schiffscharakter. Das ist auch richtig so, weil die Schifffahrt bei erneuerbaren Kraftstoffen vorwärtskommen muss. Es ist aber auch so, dass sich viele dieser Technologien auch auf andere Anwendungsbereiche, wie Bergbau, Bahn oder dezentrale Energiegewinnung, übertragen lassen. Das sind alles die Bereiche, in denen es uns als Unternehmen allein schon historisch bedingt immer wichtig war, Synergien herzustellen. Damit wir möglichst Lösungen haben, die universellen Charakter haben oder mit möglichst wenig Änderungen auf andere Anwendungen angepasst werden können.

So gesehen ist das Ziel also das gleiche wie in MethPower, nur mit einer anderen Motorentechnologie.

Genau, nur haben mobile Anwendungen noch die Besonderheit, dass nicht nur elektrische Energie mit konstanter Frequenz erzeugt werden muss. Vielmehr sind in der Schifffahrt häufig drehzahlvariable Energiewandler vertreten, die mechanisch über ein Getriebe die Propeller antreiben.

Verraten Sie mir: Wieso braucht man Rolls-Royce Power Systems für dieses Vorhaben? Was kann Rolls-Royce, das sonst keiner in Deutschland kann?

Durch das vielfältige Kundenfeld, das wir bedienen, haben wir wertvolle Kenntnisse gewonnen, wenn es um die Wandlung von Energie aus Kraftstoffen verschiedenster Natur in andere Energieformen geht. Durch unsere bisherigen Erfahrungen wissen wir, was beim mobilen Gasmotor zu beachten ist. Die Schiffsanwendung hat hohe Anforderungen an die Sicherheit. Wir haben somit gute Voraussetzungen, im Projekt zu einer ganzheitlichen Bewertung zu kommen - von der ersten Idee bis zur Umsetzung.

Wenn Sie sich eineinhalb Jahre in die Zukunft versetzen: Woran würden Sie merken, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen ist?

MethMare wäre aus meiner Sicht erfolgreich, wenn wir im Verbund MethMare geeignete Technologieoptionen für Motoren mit erneuerbarem Gas und verringertem Methanschlupf empfehlen könnten. Idealerweise würden diese auch schnell in Produkte einfließen. Die Lösung muss nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich umsetzbar sein. Dafür sind natürlich auch Einschätzungen aus MethFuel und MethSys wichtig: Wie stark wird EE-Methan Einzug halten?

Aus MethPower heraus würde es mich freuen zu sehen, dass solch dezentrale Anwendungen auch wirklich in die Umsetzung kommen.

Dr. Manuel Boog, Koordinator des Leitprojekts MethQuest bei Rolls-Royce Power Systems

Gesamtkoordination:

MTU Friedrichshafen GmbH
Maybachplatz 1
88045 Friedrichshafen

 

DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut
des Karlsruher Instituts für Technologie

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