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Die Open Grid Europe GmbH stellt sich vor...

02.03.2020

Open Grid Europe ist Partner im Projekt MethQuest. Im Verbund MethCar wird neben der Motorentwicklung auch die Anforderungen an die Zusammensetzung des Kraftstoffs analysiert; so auch der Anteil an Öl, der gegebenenfalls schädlich für Motorkomponenten sein kann. OGE entwickelt ein genormtes Messverfahren zur Bestimmung dieses Ölanteils, da es ein solches bislang nicht gibt.

Guten Tag Herr van Almsick. Welche nützlichen Erfahrungen hat OGE in diesem Themenbereich?

Als Labor von OGE befassen wir uns seit jeher mit anwendungsspezifischen Fragestellungen zu Erdgas. Zum Beispiel beschäftigen wir uns mit dem Einsatz von Erdgas als Kraftstoff. Ein umfangreiches Know-how haben wir uns insbesondere bei Problemen rund um den Betankungsvorgang aufgebaut. Diese Schwierigkeiten hängen mit den Besonderheiten von Erdgastankstellen und den dort verbauten Gerätschaften, wie Kompressoren, zusammen. Im Rahmen unserer Arbeiten wurden immer wieder Fragen bezüglich des Eintrags von Öl in den Gasstrom an uns adressiert, sowohl von Tankstellenbetreibern als auch von Automobilherstellern. Die Antworten auf die Fragen sind mitunter vielschichtig. Zum einen ist die reine Analytik des Ölanteils im Erdgas nicht trivial, sodass dafür eine ausgereifte Analysetechnik erforderlich ist. Zum anderen liegt das Öl überwiegend als fein verteiltes Spray im Gas vor. Deshalb ist die Probenahme besonders herausfordernd. Insbesondere wenn diese nicht stationär an einer Tankstelle, sondern im laufenden Betrieb eines Fahrzeugs stattfindet.

Welche Vorteile bringt ein genormtes Messverfahren, wie es OGE entwickelt?

Ein genormtes Messverfahren bietet eine einheitliche Grundlage für die Bestimmung des Ölanteils. Das kann dazu beitragen, dass Unstimmigkeiten zwischen Tankstellenbetreibern und Automobilherstellern beigelegt werden. Mit der Messmethodik können wir nicht nur ermitteln, wie hoch der Eintrag von Öl insgesamt ist, sondern auch an welchen Stellen das Öl in die Kette hineingelangt. So können Fehlerquellen ausgemerzt werden, sowohl in der Betankungs- als auch in der Fahrzeugtechnik.

Gibt es hinsichtlich des Ölanteils Unterschiede zwischen fossilem Erdgas und EE-Methan?

Obwohl die beiden Gase aus unterschiedlichen Quellen stammen, unterscheiden sie sich nicht wesentlich und beinhalten grundsätzlich kein Öl. Dieses wird erst durch Anwendungstechnik, wie zum Beispiel ölgeschmierte Kompressoren, eingebracht. Neben Ölen können aber auch andere Begleitstoffe in den Gasen enthalten sein und gegebenenfalls Schwierigkeiten im Fahrzeug bereiten. Dazu zählen vor allem Schwefelkomponenten. Aber auch der zunehmende Anteil von Wasserstoff im Erdgasnetz ist für viele Anwendungen relevant. Diese Themen werden ebenfalls bei uns im Haus bearbeitet und in den Verbund MethCar mit eingebracht.

Wenn das Projekt erfolgreich abgeschlossen ist – woran wird OGE das merken?

Unser Ziel ist es, die Akzeptanz von Erdgas und von erneuerbaren Gasen als Kraftstoffe zu erhöhen. Das würde man daran merken, dass die Anzahl an Fahrzeugen mit Gasmotor auf der Straße zunimmt. Wenn wir dazu einen Beitrag leisten können, wäre das natürlich ein Erfolg. Speziell für uns als OGE wäre ein gutes Ergebnis, wenn ein Messverfahren entwickelt werden kann. Dadurch würden Streitfragen und Schwierigkeiten, die mit der Betankung und Fahrzeugtechnik verbunden sind, immer geringer, wodurch letzten Endes auch die Akzeptanz des Produkts – Erdgas und EE-Methan - steigt.

Dr. Tobias van Almsick, Leiter Kompetenzcenter Gasqualität bei der Open Grid Europe GmbH

Gesamtkoordination:

MTU Friedrichshafen GmbH
Maybachplatz 1
88045 Friedrichshafen

 

DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut
des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)

Engler-Bunte-Ring 1
76131 Karlsruhe